Die Krypto-Liquidität versiegt, da im Mai 1,2 Milliarden US-Dollar aus Binance abfließen

01.06.2026 / Zahlungssystem-News

Der Kryptomarkt schien sich im Jahr 2026 ähnlich zu entwickeln wie im letzten Jahr, nach einem negativen ersten Quartal, das von einem besonders schrecklichen Februar geprägt war. Diese Ähnlichkeit setzte sich im Erholungspfad fort, da sich der Markt für digitale Vermögenswerte im April trotz eines etwas instabilen makroökonomischen Umfelds recht gut erholte.

Während sich die allgemeinen makroökonomischen Bedingungen etwas stabilisierten und sich die globalen Finanzmärkte im Mai verbesserten, schien die Erholung des Kryptomarktes auf einen Stolperstein zu stoßen. Bitcoin, die größte Kryptowährung der Welt, scheint nach einer beeindruckenden Preisbewegung zu Beginn den Monat im Minus zu beenden.

Binance Stablecoin Netflows werden im Mai negativ 

In einem Quicktake-Beitrag auf der CryptoQuant-Plattform wies der pseudonyme Analyst Darkfost darauf hin, dass Liquidität bzw. deren Mangel derzeit einer der Hauptfaktoren ist, die den Kryptomarkt beeinflussen. Diese Beobachtung wurde aus den monatlichen Netto-Stablecoin-Flows auf Binance abgeleitet, der nach Handelsvolumen weltweit größten Kryptowährungsbörse.

Laut Daten von CryptoQuant wurde Binance im Mai von Stablecoin-Abflüssen in Höhe von insgesamt rund 1,2 Milliarden US-Dollar dominiert. Diese Zahl steht in krassem Gegensatz zu den letzten beiden Monaten, in denen die Börse im März und April 2,5 Milliarden US-Dollar bzw. 870 Millionen US-Dollar verzeichnete.

Darkfost schrieb im Quicktake-Beitrag:

Infolgedessen verzeichnet Binance, das mit einer geschätzten Marktdominanz von fast 68 % immer noch den größten Anteil an Stablecoin-Reserven hält, weiterhin einen Rückgang seiner Stablecoin-Guthaben, da Benutzer Gelder von der Plattform abheben.

Der Analyst betonte, dass die Stablecoin-Reserven von Binance seit letztem November weiter zurückgegangen sind und um fast 14 % von 51 Milliarden US-Dollar auf 44 Milliarden US-Dollar gesunken sind. Dennoch wies Darkfost darauf hin, dass Zinsperioden – angezeigt durch geringe Liquidität – oft ein ideales Fenster bieten, um sich auf dem Kryptomarkt zu engagieren.

Was passiert mit Bitcoin?

Darkfost erklärte weiter, dass beispielsweise der Preis von BTC trotz erster Anzeichen eines Wiederauflebens im zweiten Quartal des Jahres noch keinen nachhaltigen Aufwärtstrend etabliert habe, der durch eine konstante Liquidität gestützt werde. Diese schlechten Liquiditätsbedingungen wurden auch durch die sinkende Nachfrage auf dem Spotmarkt verdeutlicht, die das Wachstum der führenden Kryptowährung gebremst hat.

Dem Analysten zufolge war die Erholung des Bitcoin-Preises größtenteils technischer Natur, da die Februar-Korrektur den Marktführer in einen stark überverkauften Bereich gedrängt hatte. „Was wir wahrscheinlich erlebt haben, war eher eine Neuausrichtung als der Beginn eines neuen, liquiditätsgetriebenen Aufwärtstrends“, schrieb Darkfost.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Preis von BTC bei rund 73.826 US-Dollar, was einem Rückgang von fast 4 % in der vergangenen Woche entspricht.