Bitcoin und Krypto unter der Lupe, während der Anleihenmarkt an den Absturz von 2008 erinnert
Während die globale Finanzlandschaft einen erdbebenartigen Wandel erlebt, der an die Finanzkrise von 2008 und das Platzen der Dotcom-Blase erinnert, schrillen am Anleihenmarkt die Alarmglocken und alarmieren auch den Bitcoin- und Kryptomarkt.
Droht ein Crash wie 2008?
Die renommierte Chartered Financial Analyst (CFA), Genevieve Roch-Decter, hob kürzlich in einem Tweet die auffälligen Parallelen hervor und erklärte: „Ich kann nicht glauben, dass ich das sage, aber der Einbruch bei 10- und 30-jährigen Anleihen ist es.“ Wir nähern uns den epischen Einbrüchen, die wir während der Finanzkrise 2008 und dem Platzen der Dotcom-Blase erlebt haben.“
Lisa Abramowicz von Bloomberg Surveillance bekräftigt dieses düstere Narrativ und weist darauf hin, dass „Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren oder mehr seit ihrem Höchststand im März 2020 um 46 % eingebrochen sind, knapp hinter dem Einbruch der US-Aktien um 49 % nach der Krise. verbrennen. Die Entwicklung bei 30-jährigen Anleihen verlief noch schlimmer und stürzte um 53 % ab.“
Onramp, eine Bitcoin-Asset-Management-Plattform, fügt weiteren Kontext hinzu, indem sie den historischen Charakter des Trends hervorhebt. Dieser Rückgang, insbesondere bei Anleihen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahrzehnt, geht auf Marktabschwünge wie den Zusammenbruch der Dotcom-Blase zurück. Die entschlossene Haltung der Federal Reserve gegenüber der Inflation und ein fragiles Haushaltsumfeld haben die traditionelle Attraktivität langfristiger Schulden beeinträchtigt und Fragen über die Möglichkeit einer Schuldenspirale aufgeworfen.
Die Situation wird durch das Verhalten der Zinsstrukturkurve noch komplizierter. Historisch gesehen war eine invertierte Zinsstrukturkurve ein Vorbote von Rezessionen. Bei der jüngsten Korrektur kam es jedoch zu einem seltenen „Bear Steepener“, der durch steigende langfristige Renditen gekennzeichnet war. Dieses Phänomen, das in der Vergangenheit vor Rezessionen beobachtet wurde, gibt Anlass zur Sorge über einen bevorstehenden wirtschaftlichen Abschwung.
„Während einige die Zuverlässigkeit der Zinsstrukturkurve als Rezessionsindikator in Frage stellen, deutet die aktuelle Versteilerung des Bärenmarktes darauf hin, dass ein wirtschaftlicher Abschwung unmittelbar bevorstehen könnte.“ Dies ist besonders besorgniserregend, da die Fed weiterhin an einer restriktiven Geldpolitik festhält und die Situation für potenzielle Marktvolatilität und wirtschaftliche Unsicherheit anfällig macht“, stellt Dylan LeClair von Onramp fest.
Barclays-Analyst Ajay Rajadhyaksha vermutet unterdessen, dass nur ein Börsencrash den Rückgang des Anleihenmarkts stoppen könnte. Im Gegensatz zu früheren Zyklen schwinden die traditionellen Sicherungsmechanismen für Anleihen, da die Fed von einem Nettokäufer zu einem Nettoverkäufer wird und die Käufe ausländischer institutioneller Anleger nachlassen.
Dies verdeutlicht die starke Diskrepanz zwischen den Aktienbewertungen und den langfristigen Anleihezinsen, da Aktien erheblichen Spielraum für eine Abwertung haben, bevor sich die Anleihen stabilisieren. Und wenn die Aktienkurse abstürzen, könnten Bitcoin und Kryptowährungen genauso betroffen sein.
Auswirkungen auf Bitcoin und Krypto
Die Turbulenzen auf dem Anleihenmarkt haben weitreichende Auswirkungen, einschließlich ihrer Auswirkungen auf Bitcoin und Kryptowährungen. Bemerkenswerterweise hat der Kryptomarkt noch nie eine solche Situation erlebt, es gibt jedoch allgemeine Beobachtungen darüber, wie Risikoanlagen in solchen Umgebungen in der Vergangenheit reagiert haben.
Erstens machen steigende Staatsanleiherenditen risikofreie Renditen attraktiver, was einige Anleger möglicherweise dazu veranlassen könnte, Kapital von Risikoanlagen wie Bitcoin und Kryptowährungen in Staatsanleihen umzuschichten. Diese Verschiebung könnte die Nachfrage verringern und einen Abwärtsdruck auf ihre Preise ausüben.
Darüber hinaus kann ein starker Anstieg der Renditen 10-jähriger Staatsanleihen auf eine restriktivere Geldpolitik hinweisen und Risikoanlagen belasten. Höhere Renditen bedeuten auch höhere Kreditkosten, was sich auf Kryptowährungen auswirken kann. Wenn die Zinssätze steigen, scheinen unverzinsliche Vermögenswerte wie Bitcoin im Vergleich zu renditebringenden Vermögenswerten möglicherweise weniger attraktiv zu sein.
Ein erheblicher Anstieg der Renditen von Staatsanleihen kann auch zu einer verringerten Liquidität in anderen Finanzmärkten wie dem Bitcoin- und Krypto-Bereich führen. Institutionelle Anleger, die unter Liquiditätsengpässen leiden, könnten liquidere Vermögenswerte wie BTC und Altcoins liquidieren, was zu möglichen Preisrückgängen führen könnte.
Schließlich können starke Renditesteigerungen zu Volatilität in verschiedenen Anlageklassen führen, da Anleger versuchen, Risiken zu reduzieren oder Verluste anderswo zu decken. Bitcoin und Kryptowährungen werden stark von der Marktstimmung und dem spekulativen Verhalten beeinflusst. Die Interpretation steigender Renditen durch den Markt kann das Anlegerverhalten beeinflussen und sich auf die Kryptopreise auswirken.
Dementsprechend hat Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, kürzlich Folgendes vorhergesagt:
Seitdem ist die 10-Jahres-Anleihe um weitere 10 % gestiegen! […] Die Fed will mehr Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsmarkt ist immer noch zu stark. Infolgedessen haben sie die erwarteten Zinssätze für 2024 angehoben und die 10-Jahres-Anleihe ist auf ein neues Jahrzehnthoch ausgebrochen. Solange die 10-Jahres-Anleihen auf diese Weise nach oben ausbrechen, werden Risikoanlagen weiteren Gegenwind erleben.
Beim Redaktionsschluss wurde BTC bei 27.576 $ gehandelt.
